Wann zahlt die Hausratversicherung? -
10 Schadenbeispiele

Generell zählt die Hausratversicherung zu den wichtigsten Versicherungen in Deutschland, die freiwillig abgeschlossen werden können. Insbesondere bei teurem Hab und Gut ist jedem erwachsenen Bürger mit eigenem Hausstand die Absicherung dringend zu empfehlen sind. Doch wann zahlt die Hausratversicherung und wann nicht?

Beispiele für Schadenfälle der Hausratversicherung

  1. Ein Fernsehapparat entzündet sich aufgrund eines technischen Defekts und setzt dabei Teile des Wohnzimmers in Flammen. Durch die Rauch- und Rußbildung werden weitere Räume der Wohnung oder des Hauses verschmutzt. Bei den Löscharbeiten durch die Feuerwehr wird der gesamte Wohnraum unter Wasser gesetzt. In diesem Fall werden alle anfallenden Kosten durch die Hausratversicherung übernommen. Dies bezieht sich sowohl auf Schäden am Hausrat, die direkt durch das Feuer entstanden sind, als auch auf Folgeschäden durch Löscharbeiten und Rußbildung.
  2. Wegen Korrosion bricht ein Wasserrohr in der versicherten Wohnung. Durch das auslaufende Leitungswasser werden Möbel und ein teurer Teppich beschädigt. Auch hier reguliert die Hausratversicherung die Kosten für den entstandenen Schaden infolge des Wasserrohrbruchs.
  3. Ein Dieb verschafft sich durch das Aushebeln eines geschlossenen Fensters Zutritt zur versicherten Wohnung und stiehlt hochwertige Elektronikgeräte. Die Hausratversicherung übernimmt die Kosten für die entwendeten Objekte. Der jeweilige Versicherungsträger ersetzt dabei in der Regel den Neuwert der entsprechenden Gegenstände. Auch die Kosten für das beschädigte Fenster sollten von einer guten Hausratversicherung übernommen werden. Versicherten ist jedoch ein Blick in die Vertragsunterlagen zu empfehlen, um sich zu vergewissern.
  4. Beim selben Szenario findet der Einbrecher kein Diebesgut zum Entwenden. Er beschmiert aus Frust die Wände der Wohnung und zerstört zudem Einrichtungsgegenstände. Auch in diesem Fall übernimmt die Hausratversicherung die Kosten für die Neubeschaffung des beschädigten Hausrats sowie für eine fachgerechte Säuberung der Wände in der versicherten Wohnung.

Welche Schäden werden nicht reguliert?

Eine Hausratversicherung kommt für viele, aber nicht für alle Kosten auf, die sich auf eine Beschädigung des eigenen Hausrats zurückführen lassen. Dies zeigen folgende Schadenbeispiele:

  1. Generell kann eine Hausratversicherung von der Kostenübernahme absehen, wenn der Schaden durch mutwillige Zerstörung herbeigeführt wurde. Im Zweifelsfall prüft ein Gutachter den Schaden. Auf dieser Grundlage wird entschieden, ob die Versicherung einspringt oder nicht.
  2. Auftretende Schäden durch Überspannung werden von der Hausratversicherung nur übernommen, wenn der Blitz direkt ins Haus – ob eigenes oder Mietshaus – einschlägt. Ob anderweitige Überspannungsschäden durch die Hausratversicherung reguliert werden, etwa wenn es zu einem Blitzschlag in einem Umspannwerk kommt, der zu Überspannungen im Stromnetz führt, hängt von möglichen Zusatzklauseln in der Versicherungspolice ab.
  3. Im Falle eines einfachen Diebstahls übernimmt die Hausratversicherung die entstandenen Kosten nicht. Kennzeichnend für einen sogenannten einfachen Diebstahl ist, dass dabei keine Gewalt angewendet wurde. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn die Handtasche einer Versicherungsnehmerin bei einem Restaurantbesuch gestohlen wird.

    Wenn Täter jedoch Gegenstände vom Balkon des Versicherungsnehmers entwenden, ohne sich zuvor gewaltsam Zutritt zur Wohnung des Versicherten verschafft zu haben, ist darunter Einbruchdiebstahl zu verstehen. Versicherte müssen sich dann allerdings die Frage gefallen lassen, ob sie fahrlässig gehandelt haben, weil sie den Hausrat nicht vom Balkon geräumt haben.

  1. Auch im Rahmen eines Trickdiebstahls, bei dem die Aufmerksamkeit des Versicherten durch einen Überraschungsmoment nicht gewährleistet ist, sieht die Hausratversicherung von einer Kostenübernahme ab. Wie beim einfachen Diebstahl darf beim Trickdiebstahl Gewalt nicht das bestimmende Element im Rahmen des Verbrechens sein.
  2. Schäden in der Wohnung oder an Einrichtungsgegenständen durch Regen, Hagel, Schnee oder Schmutz werden von der Hausratversicherung nur dann übernommen, wenn das Öffnen der Fenster und damit das Eindringen der Naturgewalten durch einen Sturm verursacht wurde. Wer einfach vergessen hat, die Fenster zu schließen, bleibt in der Regel auf den Kosten sitzen. Ebenso verhält es sich, wenn Regen oder Schnee durch ein gekipptes Fenster in die Wohnung eindringen. Auch in diesem Fall übernimmt die Hausratversicherung die Regulierung der entstandenen Schäden nicht.
  3. Der Hausrat von Untermietern ist über die Hausratversicherung des Hauptmieters nicht mitversichert. Untermieter müssen sich daher eigenständig absichern.

Diese Beispiele aus der Praxis zeigen, dass eine Hausratversicherung nicht in allen Schadenfällen die anfallenden Kosten übernimmt. Bei Unklarheiten sollten Versicherte entweder direkt ihre zuständige Versicherungsgesellschaft kontaktieren oder gründlich die Versicherungsklauseln studieren, die in der Versicherungspolice festgehalten sind.